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in der Katholischen Kirche

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1200 Priester bei Internationalen Priesterexerzitien Drucken E-Mail
CE Deutschland - CE International
Veröffentlicht von: P. Helmut Leonhard   

altAnfang Oktober konnte ich bei internationalen Priesterexerzitien in Ars (Frankreich) dabei sein, die anlässlich des 150. Todestages des Hl. Pfarrers von Ars stattfanden. Etwa 1200 Priester aus allen Erdteilen nahmen daran teil, darunter erstaunlich viele Priester aus Afrika und auch viele aus asiatischen Ländern. Auch etwa 30 Bischöfe und Kardinäle waren dabei. Die Vorträge wurden von Kardinal Schönborn aus Wien auf Französisch gehalten und in 8 Sprachen simultan übersetzt, auch ins Chinesische! Dieses Erlebnis von Weltkirche war allein schon beeindruckend. Unter der Schirmherrschaft der Kongregation für den Klerus und mit Unterstützung des Internationalen Rates der CE, ICCRS, wurde zu den Exerzitien eingeladen.

 

Die Vorträge von Kardinal Schönborn waren hervorragend. Dazu gab es bewegende Zeugnisse, Gottesdienste und gemeinsame Gebetszeiten und Tag und Nacht die Möglichkeit der eucharistischen Anbetung. Gott hat mich bei diesen Exerzitien reich beschenkt und schon in Ars kam mir der Gedanke, einiges davon nach meiner Rückkehr mitzuteilen. Gleich am ersten Tag hat mir Gott in der Messe die „Gnade von Ars“ geschenkt. Ich nenne sie so, weil das die Gnade war, die vielen geschenkt wurde, die beim Pfarrer von Ars beichteten. Es war eine doppelte Gnade: zuerst wurde ihnen der Ernst ihrer Sünden bewusst gemacht (oft sagte der Pfarrer von Ars den Beichtenden ihre Sünden, bevor diese sie gebeichtet hatten) und dann die Größe der Barmherzig­keit Gottes, der uns unsere Sünden vergibt. Ich möchte es Euch konkret erzählen, weil ich denke, dass das auch für manche von Euch hilfreich sein kann.

Im Zug von Erfurt zum Frankfurter Flughafen saß ich neben einem jungen Mann, der sich auf seinem Laptop Videos anschaute, während ich betete. Ab und zu schaute ich hin und sah nur Gewalt und Brutalität in diesen Videos und das Beten wurde mir immer schwerer. Ich hatte schon den Gedanken, mit diesem jungen Mann ein Gespräch anzufangen, aber ich wischte diesen Gedanken weg mit der Behauptung, dass ich eben nicht die Gabe habe, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen.

In der ersten Messe der Exerzitien hieß es in der Lesung (Ez 3,16-21): Menschensohn, ich gebe dich dem Haus Israel als Wächter. Wenn du ein Wort aus meinem Mund hörst, musst du sie vor mir warnen. Wenn ich zu einem, der sich schuldig gemacht hat, sage: Du musst sterben!, und wenn du ihn nicht warnst und nicht redest, um den Schuldigen von seinem schuldhaften Weg abzubringen, damit er am Leben bleibt, dann wird der Schuldige seiner Sünde wegen sterben; von dir aber fordere ich Rechenschaft für sein Blut.

Ich habe diese Lesung schon oft gehört, aber in dieser Messe traf mich dieser Satz mitten ins Herz, vor allem „von dir aber fordere ich Rechenschaft für sein Blut“. Gerade als Priester bin ich ja berufen, den Menschen den Weg zum Himmel zu zeigen, wie es der Hl. Pfarrer von Ars sein Leben lang getan hat, und sie zu warnen vor allem, was sie daran hindert, dieses Ziel zu erreichen. In diesem Moment wurde mir die Schwere meiner Sünde des Schweigens bewusst.

Gleich nach der Messe bat ich den Priester, der neben mir saß, ob ich bei ihm beichten könnte. Wir setzten uns auf eine Bank im Park und ich beichtete diese Sünde und gleich alle anderen Sünden der vergangenen Wochen. Bei der Lossprechung wurde ich ganz tief von der Größe der Barmherzigkeit Gottes berührt, der mir diese schwere Sünde sofort und ganz vergab. Bei dieser Erfahrung wurde mir auch bewusst, dass der Mensch die Größe der Barmherzigkeit Gottes erst erleben kann, wenn er zuerst die Größe oder den Ernst seiner Sünde erkannt hat.

Eine zweite intensive Erfahrung, die ich Euch mitteilen möchte, machte ich während eines kurzen Gebetes um eine neue Ausgießung des Hl. Geistes über alle anwesenden Priester und Bischöfe. Dieses Gebet wurde von Patti Mansfield geleitet, die 1967 bei dem Einkehrwochenende in den USA dabei war, das als Beginn der Charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche gilt. Während dieses Gebetes bat Patti Mansfield alle anwesenden Priester in Sprachen um den Hl. Geist zu beten, alle, die diese Gabe hatten. Ich tat das natürlich sofort und betete mit großer Inbrunst, dass Gott alle anwesenden Priester und überhaupt alle Priester der katholischen Kirche mit seinem Pfingstgeist erfüllen möge. Dabei kamen mir die Tränen, denn ich hatte den Eindruck, dass Gott in diesem Moment wirklich begann, seinen Pfingstgeist nicht nur über die Priester im Saal, sondern über alle Priester der Kirche auszugießen und dass Er das besonders in diesem Priesterjahr tun wird.

Ich teile Euch diese Erfahrung mit, um Euch zu ermutigen, gerade in diesem Priesterjahr besonders intensiv um eine neue Ausgießung des Hl. Geistes über alle Priester zu beten. Die Kongregation für den Klerus in Rom hat eine sehr gute Schrift herausgegeben „Eucharistische Anbetung zur Heiligung der Priester und geistige Mutterschaft“. Diese Schrift könnt Ihr kostenlos bestellen bei „Kirche in Not“ (Tel. 0140-52553, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ). Am Besten Ihr bestellt gleich 2 Exemplare und gebt eines Eurem Pfarrer.
 

 

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