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20 Jahre Mauerfall - Grund zum Feiern? Drucken E-Mail
CE Deutschland - Gesellschaft
Veröffentlicht von: Dr. Beate Beckmann-Zöller   

altJoachim Gauck sprach es am 21. April 2009 in seiner „Berliner Rede zur Freiheit“ wieder einmal aus: Wir Deutschen hätten allen Grund in diesem Jahr zu feiern, 20 Jahre Mauerfall, 60 Jahre Grundgesetz. Und was tun wir: „Das, was uns am meisten liegt: Trübsal blasen“. Sicher ist das nicht in allen Gruppen unserer Gesellschaft so, aber die Tendenz anlässlich der aktuellen Wirtschaftskrise ist nicht zu übersehen und natürlich auch verständlich.
Damit das Trübsal Blasen aber nicht der einzige aktuelle Trend bleibt, hat sich die „Projektgruppe 3. Oktober“ gebildet. Hervorgegangen aus dem „Jesus-Tag e.V.“ haben sich Vertreter aus Gebetsbewegungen, der Evangelischen Allianz, der GGE und der CE zusammengefunden. Es ist nicht eine neue Großveranstaltung geplant. Vielmehr will die Gruppe unter dem Motto „Danken - Feiern - Beten“ Christen in den kommenden Jahren ermutigen, an einem wichtigen Punkt unserer Demokratie Vorreiter zu werden: Eine Feiertagskultur für unseren Tag der Deutschen Einheit dezentral in Städten und Dörfern zu fördern.

Wir Christen dürfen dankbar und stolz darauf sein, dass die Vorbereitung der Wende in den Kirchen stattgefunden hat. Christen trauten sich zu Gebeten und friedlichen Demonstrationen auf die Strasse, z.B. zu den berühmten Montags-Gebeten in Leipzig. Durch diese friedliche Revolution kam es - ohne dass ein einziger Schuss fiel - zur Öffnung der Mauer am 9.11.1989. Dieser tiefe Einschnitt in die Geschichte sollte uns neu aufrütteln und dankbar machen.

In einigen christlichen Gruppen und Städten hat diese Dankbarkeit bereits in regelmäßigen Gebetsveranstaltungen zum 3.Oktober ihren Ausdruck gefunden. Man dankt für das Wunder der Einheit und man bringt auch in der Fürbitte Anliegen für unser Land und unsere Politiker zu Gott. Der mittlere Teil unseres Mottos „Danken - Feiern - Beten“ ist immer noch der, der am wenigsten entwickelt ist. Wer schon mal den 14. Juli in Frankreich oder den 1. August in der Schweiz miterlebt hat, sieht, was uns Deutschen fehlt: eine entspannte Kultur, unseren Nationalfeiertag zu begehen. Natürlich hatten diese zwei Ländern schon länger Zeit, die Traditionen ihres Feierns zu entwickeln. Nun sind aber auch wir Deutschen gefragt, eine positive Haltung zu unserem Land in einer Feiertagskultur einzuüben.

Bisher gibt es zwar eine zentrale politische Feier jeweils in der Hauptstadt eines anderen Bundeslandes, regional wird der Tag von der säkularen Gesellschaft allerdings kaum gefeiert und eher als „Abhängtag“ wahrgenommen. Und wer hängt schon guten Gewissens eine Deutschland-Fahne auf, wenn gerade kein Fußball-Länderspiel läuft?
In Dresden habe ich damit sehr positive Erfahrungen machen dürfen. Ich gehörte in der Zeit von 1994-2002 einer kleinen Weg-Gemeinschaft von Wessis und Ossis an, die um die Tanzgruppe Tikwa entstanden war. Wir hatten den Eindruck, dass Gott uns bewusst zusammengestellt hat als Ost-West-Gemeinschaft und begingen auch den Tag der Deutschen Einheit mit einem speziellen Fest. Wir dekorierten den Tisch in den Deutschlandfarben, beteten für unser Land und erzählten uns unsere Geschichten: Wo war ich, als die Mauer fiel? Was uns allen aber besonders schwer fiel, war, gemeinsam die Nationalhymne „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ zu singen. Einige hatten sie seit der Schulzeit nicht mehr selbst gesungen, man ist sie ja nur aus dem Fernsehen von Sportsendungen oder politischen Festakten gewöhnt. In vielen von uns löste die Nationalhymne seltsame Gefühle aus. Es war ungewohnt, sich positiv dem eigenen Land mit einem Lied zuzuwenden. Man möchte ja auf keinen Fall in eine Neo-Nazi-Ecke gestellt werden.
Aber als „Projektgruppe 3.10.“ sind wir überzeugt, dass Gott uns allen, Christen und Nicht-Christen, an diesem Punkt Heilung schenken möchte: Heilung für unser Nationalgefühl. Wir träumen von einer neuen Selbstverständlichkeit, das „Danken, Feiern und Beten“ zu lernen und - in einer natürlichen, gesunden Weise - stolz zu sein, dass wir Deutsche sind.

Das fing auf eine gute Art und Weise schon während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an, aber es sollte weitergehen. Damit ist keinesfalls eine übertriebene, womöglich nationalistisch-ideologische Abgrenzung gegen Menschen anderer Herkunft gemeint, sondern eine dankbare Haltung gegenüber unserem Land und dafür, was uns Gott durch unser Land schenkt und anderen Nationen schenken möchte. Anregungen, wie man den 3. Oktober in den Gemeinden feiern könnte, findet man auf der Homepage www.jesus-tag.de. Schreiben Sie uns, wenn Sie weitere Ideen haben.

 

Tipp: Gebetshilfe “Beten für unser Land. Impulse zum segnenden Gebet”

Das Gebetsbuch „Beten für unser Land“ gibt weitere hilfreiche Anregungen, die man aufnehmen kann. Dieses Impulsheft im praktischen Hosentaschenformat stellt sieben wichtige Bereiche einer jeden Gesellschaft vor und gibt Impulse, wie konkret dafür gebetet werden kann, dass Gottes gute Pläne in diesen Bereichen zum Ausdruck kommen.

Herausgegeben von Kerstin Hack, Axel Nehlsen, Lorenz Reithmeier
Down to Earth-Verlag, Berlin, 2009
ISBN 978-3-935992-73-2
10 x 10 cm, 32 Seiten
Preis pro Stück: 2,00 €

Erhältlich in der GGE-Geschäftsstelle: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder unter Tel. 040-32 33 07-0

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